HP Proliant N40L Microserver Reviewed

Jetzt habe ich seit etwa einem Monat meinen HP Proliant N40L MicroServer und konnte mich mit dem System etwas beschäftigen. Aktuell ist ein RAID-5 Verbund mit vier Stück 3-TB Platten (Seagate ST3000DM001-1CH166 3TB aus dem Intenso Memory Center 3 TB) eingebaut. Weiterhin habe ich die mitgelieferte 250GB HDD (VB0250EAVER) als Systemplatte verbaut und OpenMediaVault darauf installiert. Auf dem NAS liegen alle meine Daten und das System schnurrt vor sich hin. Die Performance ist mit den Read- und Write- Werten für mein Gigabit-Netzwerk absolut ausreichend. Aber es gibt mehrere Punkte, die mich am NAS stören. Deswegen habe ich eine kleine Pro- / Kontra- Liste erstellt, ob das System immer noch das richtige für mich ist, oder ob ich nicht doch noch eine andere Lösung (Synology, QNAP, Eigenbau, …) in Betracht ziehen sollte.

Vorteile

  • Mit ca. 200 € sehr günstig in der Anschaffung
  • Hochwertige Verarbeitung, Schrauben und Werkzeug werden mit geliefert
  • Unzählige USB-Anschlüsse (4 Front, 2 Back, 1 Intern)
  • Hotplug-fähig (BIOS Mod vorausgesetzt)
  • 5 interne SATA-Ports
  • 1 eSATA Port für die Erweiterung mit Port Multiplier ( BIOS Mod vorausgesetzt ). Dadurch ist eine Erweiterung auf 5 + 4 = 9 Festplatten möglich
  • Freie Wahl der Software-Komponente (Betriebssystem)
  • Vollständiger Rechner mit Grafikkarte (leider nicht Medienserver-tauglich)
  • 4-Bay NAS und Platz für ein 5 1/4 Zoll Laufwerk
  • Steckplätze: 1x PCI-E 2.0 x16 LoW Profile, 1x PCI-E 2.0 x1 LoW Profile (für leistungsfähige Grafikkarte, zweite LAN-Karte, Hardware RAID Karte, Remote Access Card, TV-Karte und so weiter)

Nachteile

  • Betriebssystem muss selbst ausgewählt, installiert und konfiguriert werden
  • Zusätzliche Festplatte ist notwendig für das Betriebssystem –> Zusätzliche Kosten und erhöhter Stromverbrauch
  • Den Stromverbrauch empfinde ich noch etwas zu hoch (in der aktuellen Konfiguration ca. 50 Watt)
  • Kein S3 (Suspend to RAM) möglich, nur S4 (Suspend to Disk). Damit vergleichsweise lange Aufwachzeit per WOL
  • Verglichen zu meinen anderen Rechnern (sind alle auf etwa 16db getrimmt) mit etwa 22db recht laut. Zum einen durch die lauten Lüfter (Netzteil- und Gehäuselüfter) und die fehlende Entkopplung der Festplatten. Das System kann etwas leiser gemacht werden durch eine PicoPSU-150-XT 150W (Netzteillüfter entfernen) und einen anderen Gehäuselüfter (Scythe Slip Stream 120 PWM Adjustable Lüfter). Das reduziert die Geräuschkulisse und senkt vielleicht auch den Stromverbrauch etwas. Leider gibt es das nicht gratis :-/
  • Nervige blaue, helle HP-Logo-Beleuchtung

Fazit

Für 200 € kann man da einfach nicht meckern. Man bekommt einen vollständigen und solide verarbeiteten Rechner. Mit dem gepatchten BIOS kann über die eSATA-Schnittstelle gegebenenfalls noch eine Erweiterung installiert werden. Ich könnte also weitere 4 Stück der 3-TB-HDDs einbauen und damit meine Kapazität bei Bedarf locker verdoppeln.

Das Thema Stromverbrauch werde ich noch etwas genauer bearbeiten müssen. Der erste Wurf ist über das Auto Shutdown Plugin von OpenMediaVault und mein selbst geschriebenes Auto WOL Script für meinen Tomato-Router getan. Damit ist das NAS wenigstens dann aus, wenn ich nicht daheim bin und es auch nicht benötige (was sehr wahrscheinlich über 80% der Zeit entspricht). Weitere Optimierungen werden folgen.

Die Lautstärke stört mich auch noch, das wird ein separates Projekt geben. Eine SSD als Systemdisk, eine schnelle Spindown-Zeit für die HDDs, die PICO-PSU und ein besserer Gehäuselüfter sollten mich da zufrieden stellen.

Betrachtet man die weiteren Kosten, die durch die neue Hardware entstehen, hätte man sich für dieses Geld ebenso ein Synology 4-Bay-NAS kaufen können und hätte sich die ganze Bastelei sparen können. Die Vorteile, die meiner Meinung nach unterm Strich bleiben sind:

  • Freiheit alles, was das Betriebssystem (und die Zusatzhardware) hergibt zu installieren
  • Möglichkeit der späteren Kapazitätserweiterung des RAIDs durch weitere Festplatten

Ich freue mich über Anregungen: Was für Dienste betriebt ihr auf eurem NAS?

6 Gedanken zu „HP Proliant N40L Microserver Reviewed

  1. chris

    Hi
    sag mal wie baut man denn eine PCIe Karte in das System? Wie kommt man an de Slots ran?
    Hast du ne Anleitung oder ein Video im Netz gesehen?
    grüße chris

    Antworten
    1. Markus Beitragsautor

      Hey, dazu gibt es auch Anleitungen. Aber im Groben:
      – Vordere Klappe auf
      – Kabel vom Board abziehen
      – Schrauben lösen
      – Board raus ziehen
      – Karten einstöpseln

      und dann wieder alles zusammenbauen. Aber wie gesagt, dazu gibts meines Wissens nach Anleitungen =)

      VG
      Markus

      Antworten
  2. Jott Haa

    Du hast vielleicht noch nicht probiert eine passive graka einzubauen. Damit kannst du geschmeidig den sound etc. über hdmi an geeignete monitore ausgeben.
    Im moment habe ich DSM 4.2 bei mir laufen. Werde aber mal OCH testen. Macht einen guten Eindruck. Das OS sollte sicher auch auf einem 16gb usb stick installierbar sein? Ein freier port onboard ist ja vorhanden.

    Antworten
  3. Ansgar

    Hey Markus,
    super Tutorials hier muss ich sagen. Eine kleine Frage zum Open Media Vault habe ich aber noch weil du oben schreibst das es eine Festplatte mehr nötigt macht.
    Wäre nicht eine Installation auf einem USB Stick realisierbar (gibt ja einen internen Port beim N54L). Dann verlierst du keinen Slot =)

    Mfg Ansgar

    Antworten
    1. Markus Beitragsautor

      Hallo Ansgar,

      das mit dem USB Stick haben schon einige versucht, aber das Betriebssystem schreibt viel zu oft auf den Stick. Damit ist die Lebensdauer des Sticks stark begrenzt. Was man machen kann, ist den eSATA Port von „draußen“ rein zu legen, dann hat man 6 SATA-Anschlüsse im Gehäuse liegen. Oder man Patcht das BIOS und hängt an den externen SATA Port (als Port multiplier) ein weiteres externes Gehäuse (mit weiteren SATA-Anschlüssen) dran. Es gibt Modder, die meines Wissens nach 13 Stück 2,5 Zoll Platten in das Gehäuse gequetscht haben… :D

      Ich für meinen Teil habe meine 4 Stück 3 TB Platten drin, plus eine 16Gig SSD (einfach im Gehäuse versteckt). Wenn ich weiter ausbauen sollte, würde ich ein externes Gehäuse anschließen und weitere vier platten einbauen =)

      Viele Grüße
      Markus

      Antworten

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